Nachdem ich nun gerade aus Deutschland zurück in Stockholm angekommen bin, wartete auch schon der nächste Ausflug auf mich. Denn Stefan wollte mich besuchen und hatte sich Montag mit dem Auto auf den Weg nach Schweden gemacht. Da er mit dem Auto und der Fähre auf der Westseite von Schweden ankam und ich aber auf der gegenüberliegenden Seite war, flog ich ihm kurzerhand entgegen, um die Reise gen Osten, nach Stockholm gemeinsam mit ihm anzutreten und bei meinem ersten richtigen Ausflug ein wenig mehr vom Land zu sehen.
Auch wenn man meinen sollte, dass Stockholm und Göteburg gleich um die Ecke liegen und das mit dem Flugzeug alles recht fix geht, standen noch ein paar Hindernisse bevor, die es zu bewältigen gab. Und dass, obwohl wir alles minutiös durchgeplant hatten, half das alles nichts und wir mussten uns der höheren Gewalt fügen.
Der Flieger ging in aller Herrgottsfrühe los und ich musste quasi mitten in der Nacht aufstehen, um rechtzeitig 2 Stunden vor Abflug (ich sag nur Billigairline) am Flughafen zu sein. Ich freute mich schon, dass ich scheinbar eine der ersten war, denn es gab keine Schlangen. Doch wie sich bald herausstellte, lag es eher daran, dass ich mein Flug an keinem Schalter eingecheckt wurde. Und das aus einem einfachen Grund – der Flug wurde gecancelt. Und so irrte ich herum, um irgendwelche informationen zu bekommen und einen anderen Flug zu buchen. Doch auch die nächsten beiden Flüge wurden gestrichen und somit blieb mir nur übrig, mich so schnell wir möglich für den letzten Flug des Tagen umbuchen zu lassen, damit ich noch in Göteburg landen würde.
Um nicht die ganze Zeit auf dem Flughafen abzuhängen, entschloss ich mich dann noch mal ein wenig arbeiten zu gehen, bevor ich meine Reise erneut antrat.
Jedoch wurde auch der nächste Aufenthalt auf dem Flughafen sehr spannend gehalten. Obwohl man zwar dieses mal einchecken durfte, wurde der Flug dennoch alle 20 Minuten auf unbestimmte Zeit verschoben, bis wir nach weiteren 2 Stunden endlich eine Durchsage erhielten, dass wir in Kürze tatsächlich fliegen würden. Man mag es kaum glauben, aber es war tatsächlich soweit.
Nachdem Stefan bereits schon den ganzen Tag alleine in Göteburg verbracht hat und die Gegend bereits erkundet hatte, holte er mich vom Flughafen ab und wir machten uns im Cabrio bei einem kleinen ersten Schauer auf den Weg zu unserem ersten Camping-Platz nahe des Meers und hatten tatsächlich Glück auch noch ein nettes Fleckchen grün für unser kleines 2-Mann Luxuszelt zu ergattern.
Natürlich konnten wir es uns nicht entgehen lassen, ersteinmal das Meer zu betrachten und merkten auch schon bald, dass wir unseren Hunger etwas vernachlässigt hatten. Da wir weit ab vom Schuss waren, liessen wir uns den Weg zur nächsten geöffneten Tankstelle erklären und irrten eine halbe Stunde herum, bis wir endlich am Ziel waren. Das war zwar keine Tankstelle, dafür gab es große Burger und Milchshakes und nannte sich Burger King.
Somit endete unser erster Tag erfolgreich nach einigen kleineren und größeren Pannen.
Der zweite Tag begann mit frisch gesammelten Waldbeeren und einem Bad im Eiskalten Wasser und führte uns nach einem leckeren ersten gemeinsamen Frühstück vor unserem Zelt in die gemütliche kleine Altstadt von Göteburg und natürlich auch in die berühmt berüchtigte Fischhalle, wo wir uns ersteinmal wieder mit einem frischen Fang für die Weiterfahrt stärkten.
Unsere erste Etappe führte uns über kleine Landstrassen, über noch kleinere Waldwege hin, nach Hjo zum Vättern-See, wo wir uns auch ein nettes kleines Nachtquartier direkt am Wasser suchen wollten. Doch da dieser See recht bewohnt ist, war das nahezu unmöglich, da die meisten Strassen, Waldwege und Wassergrundstücke in privater Hand lagen.
So blieb uns also nichts anderes übrig als wieder auf einem Zeltplatz unser Glück zu versuchen, wo wir natürlich dieses Mal direkt am Abhang zum See unser Zelt aufschlugen und das Rauschen der Wellen die ganze Nacht bei uns hatten. Doch bevor es soweit war, ging es noch einmal nach Hjo, wo wir uns ein leckeres Abendmahl in einem traumhaften Restaurant direkt am Hafen gönnten. Den 3. Gang setzten wir dann in unserem Zelt mit Leckerein wie Weintrauben, Käse und leckeren Rotwein fort und fielen danach in süsse Träume.
Den nächsten Tag wollten wir uns aufmachen, um auch den Vänern-See zu entdecken. Auch dafür ging es wieder über viele kleine Landstrassen, die gespickt mit vielen Oldtimern waren, so dass man sich in die 50iger – 70iger Jahre zurückversetzt fühlte, bis wir endlich unseren Traum Nachtlager fanden. So schlugen wir unser Zelt direkt mit Blick auf Wasser, von Bäumen und Wiese gesäumt, auf und erkundeten die Nähere Umgebung und genossen ein leckeres Nudelmahl zum Ausklang des Tages.
Wie jeden morgen wurden das Frühstück mit vielerlei leckeren Sachen zelebriert. Doch dieses Mal gab es dazu noch jede Menge frisch gesammelter Blaubeeren, die das Müsli verfeinerten, bevor es dann ein eiskaltes Bad im See gab und wir uns langsam aber sicher auch wieder auf die Rückreise vorbereiten mussten. Denn die Woche neigte sich auch schon langsam dem Ende zu und wir hatten noch Termine in Stockholm zu erledigen.
So ging es nach einigen Ausflügen im Norden des Vänern-Sees zurück zum Vättern-See, wo wir dieses Mal in der Nähe von Vadstena mit einigen verrückten mit selbstgebauten, bunten Autos zusammen auf einem Zeltplatz übernachteten.
Der Tag der Rückfahrt stand an und wir machten uns auf den Weg nach Stockholm, wo wir auch schon wieder gut verplant waren. Denn neben netten Verpflichtungen, wie einen Drink im Josefina’s nehmen und einen fantastischen Blick über die Stadt geniessen und dabei die High-society von Stockholm zu beobachten, hatten wir noch mehr auf dem Programm. Wir mussten leckeres Essen in uns hineinschaufeln und sämtliche Clubs, Bars und Cafés um Stureplan begutachten. Und ob das nicht schon genug wäre, gab es noch eine Spezialaufgabe für uns. Wir testeten sämtliche Mojitos der von uns besuchten Lokalitäten und mussten dabei natürlich nicht nur eine gute Figur am Tresen, sondern auch eine besonders gute auf der Tanzfläche machen, die leider total leer war.
Am Samstag hatten wir es uns natürlich verdient, uns auszuruhen und ein wenig zu relaxen. Doch da wir ja keine Müdigkeit vortäuschen wollten, machten wir uns zu der berüchtigten Stockholm Sightseeing Tour auf und relaxten erst am Abend so richtig.
Stefan: Lieben Dank für Deinen Besuch und die nette Reise. Bis demnächst wieder, wenn es heisst auf Tour mit Stefan und Colle!
Colle
[...] Mehr über Stefan’s Besuch und den Trip durch Mittelschweden, hier. [...]